Tradition des Weihnachtbaumes

WeihnachtsbaumViele tun es und viele lieben es: Den Christbaum zu Weihnachten zu dekorieren und ihn dann zwei Wochen lang im Haus stehen zu haben und jedes Mal beim Erblicken an eine schöne Weihnachtstradition erinnert zu werden. Aber niemand fragt sich, wieso das eigentlich so ist? Wieso gerade ein Baum, der eigentlich im Wald viel besser aufgehoben ist, abgeschnitten und dann ins Wohnzimmer gestellt wird? Warum es gerade ein Nadelbaum und nicht ein blühender Strauch oder eine Blume sein muss? Woher dieser Brauch eigentlich stammt?

Fragen über Fragen, die einem in der stressigen Vorweihnachtszeit und zum eigentlichen großen Ereignis nicht in den Sinn kommen. Nachdem aber das Neue Jahr angebrochen ist und es Zeit wird die Dekoration des Baumes wieder in den Schrank zu räumen und den Baum zu recyceln, kommt die Zeit, wo auch darüber nachgedacht wird.

Einen Vorteil haben Nadelbäume gegenüber anderen Gewächsen auf jeden Fall: Sie sind immer Grün. Egal ob es im Sommer vierzig Grad hat und das Wasser knapp wird oder große dicke Schneeflocken bei minus zwanzig Grad vom Himmel fallen. Damit sind sie die einzigen dieser Art. Viele Kulturen zuvor haben deshalb genau Tannen, Fichten, Kiefer, Eibe oder Co. als die beste Dekoration auserkoren. Viele Lieder wie das berühmte „Oh Tannenbaum“ erzählen uns darüber. „Du grünst nicht nur zur Sommerzeit“, wie es etwa heißt. Dabei ist es schwer diesen Brauchtum auf eine Kultur zu reduzieren. Die alten Römer wussten dies schon zu schätzen genauso wie es die Haiden früher taten. Aus dem französischen Elsass ist etwa um 1539 das erste Mal von einer Tanne als Weihnachtsbaum die Rede.

Für die damalige Generation war das Immergrün des Baumes ein Zeichen des Lebens. Stellte man sich einen Baum ins eigene Heim, hatte man das direkte Zeichen dieses Wunders ganz nahe bei sich. In Regionen, in denen diese Bäume nicht heimisch oder nur schwer zu finden waren, behalf man sich mit Wacholderbeeren oder sonstigen Zweigen. Aber die Nadelbäume wurden bald in vielen Regionen kultiviert und sind heute beinahe überall, zumindest im europäischen Raum, anzutreffen.

Wer aber glaubt, dass die Verbreitung sehr schnell von Statten ging, der irrt sich. Früher war es nur den reicheren Volksschichten, wie den Fürstenhöfen oder Adelsfamilien vorbehalten. Mit der Zeit kamen dann auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Behörden in den Genuss dieser Tradition. Schließlich wurde der Preis eines Baumen und die dazugehörigen Lichter für die Allgemeinheit erschwinglich, was seine Verbreitung somit nicht mehr aufhalten konnte. Das ist eben auch eine der Gründe, wieso heute in jedem Haushalt ein Baum steht und die Straßen und öffentlichen Gebäude ebenfalls fleißig damit dekoriert werden. Mittlerweile ist die Größte des Baumes auch schon zum Statussymbol geworden. Je größer der Baum, desto wohlhabender ist eine Familie. Nicht von ungefähr kommt es, dass einer der größten Weihnachtsbäume jedes Jahr in New York aufgebaut wird und die USA somit zeigen wollen, wo viele Weihnachtsbräuche zuhause sind. Natürlich kann man es aber auch übertreiben, denn die Größe und die Kosten des Baumes sind eben nicht alles. Es geht beim Weihnachtsfest schließlich noch immer um ein religiöses Fest im Kreise der Familie.