Weihnachten in Südafrika

Weihnachtsfest SüdafrikaSüdafrika schafft es nicht oft in das weltpolitische Geschehen oder überhaupt in die internationalen News vorzudringen. Es ist als Urlaubsland bestens bekannt, aber das ist eher eine Tatsache als eine Info. Wenn es dann schon mal in der Zeitung erscheint, hat das zumeist negativen Beigeschmack. Dann wird vielleicht über einen Überfall berichtet oder vor der Tatsache gewarnt, dass es ein sehr gefährliches Pflaster ist und man als Tourist nicht alleine unterwegs sein sollte. Jedoch im Jahr 2010 ist alles anders, denn da findet eines der wichtigsten Ereignisse in Südafrika statt. Die Fußball-Weltmeisterschaft darf das Traumurlaubsland als Austragungsort nutzen. Die besten Fußballer der Welt duellieren sich am Kap der guten Hoffnung und kämpfen um den Titel der besten Mannschaft der Welt. Ins Schwitzen werden sie bestimmt das eine oder andere Mal kommen. Endlich ein Grund, sich etwas näher mit dem Land zu beschäftigen.

Das Wort Schwitzen kann auch mit dem Weihnachtsbrauch im südlichsten Land Afrikas in Verbindung gebracht werden. Denn kein Schnee, Regen oder Kälte begrüßen die Bräuche, sondern an normalen Sommertagen warten 30 bis 40 Grad auf die Feierwütigen. Da ist es dann auch wenig verwunderlich, wieso der Großteil der Familien die Feiertage in Wassernähe verbringen und genau in dieser Zeit die Strände besonders gut gefüllt sind. Hat man einen eigenen Pool, dann wird dieser nicht mehr verlassen. Wer nicht auf eine solche Annehmlichkeit zurückgreifen kann, für den steht auch der öffentliche Strand zur Verfügung. Davon hat Südafrika ja bekanntlich genug. Zwischen so manchen Einheimischen tummeln sich aber auch Touristen, die Weihnachtsflucht betreiben.

Aber generell kann man nicht die gesamte Bevölkerung Südafrikas in einen Topf werfen. Das Land ist eines der Paradebeispiele für einen Vielvölkerstaat. Wie auch der Rest von Afrika gibt es hier eine Menge kleiner Stämme, die sich unabhängig voneinander entwickelt haben. Daher kommt auch die unheimliche Vielfalt der Bräuche. Für die Einheimischen Schwarzafrikaner tritt das Weihnachtsfest oft in den Hintergrund. Denn zur gleichen Zeit wird die Beschneidung der jungen Stammesmitglieder gefeiert. Das darauf folgende Familienfest ist weitaus wichtiger als jede Tradition um das Weihnachtsfest. Das Land ist durch die Kolonialzeit auch sehr englisch geprägt, wovon auch noch viele Einwohner, die ursprünglich aus England abstammen, zeugen. Daher kommen auch Bräuche wie den Weihnachtsstrumpf aufhängen, dem Weihnachtsmann Kekse und Milch bereitstellen oder den Christbaum schon Wochen vor dem eigentlichen Fest zu schmücken. Weihnachtsbäume treten hier in Form von Affenbrotbäumen, Guavenbäumen oder Drahttannen auf. Man nimmt eben alles, was sich dazu eignet. Dafür werden diese aber oft nicht in die Wohnungen gestellt, sondern einfach nur im eigenen Garten schön dekoriert.

Der eigentliche Feiertag ist der 25. Dezember, wo mit allen gemeinsam gegrillt und besonders gut gegessen wird. Essen, das am 26. Dezember noch übrig bleibt, wird an die Armen des Landes verteilt. Ein Brauch, von dem sich viele Länder ein Beispiel nehmen könnten. Aber die das sollte trotzdem nicht täuschen. Denn Südafrika bleibt ein Land, in dem der Großteil der Menschen arm ist und nur eine kleine aber dafür umso reichere Elite besteht.