Weihnachten in Schweden

Weihnachtsfest SchwedenIn Schweden herrscht eigentlich die perfekte Weihnachtsstimmung. Denn das ganze Land ist zu Beginn der Feierlichkeiten am 13. Dezember bis zum Ende am 6. Januar ganz in Weiß gekleidet. Die Schneedecke ist meist so dick, dass man sich gerne lange im Inneren des Hauses aufhält und Freunde und Familie zu sich einlädt. Einige Gebiete um die größeren Seen wie „Vänern“ oder „Vättern“ oder an den Küsten können manchmal schon schneelos zu Weihnachten sein, aber das sind ganz seltene Ausnahmen. Sobald man Südschweden verlassen hat und sich in dem Teil Schwedens befindet, wo nur mehr ganz wenige Dörfer und gar nur eine Handvoll Städte sind, dann ist die Idee vom Ende der Welt vielleicht nahe. Denn zwei Drittel der ganzen schwedischen Landschaft können hier eingeordnet werden. Höhepunkt ist das ganz im Norden, im Lappland, gelegene Kiruna. Der Anblick von so einer harmonischen Winterlandschaft ist sehr überwältigend und jedee sollte das einmal gesehen haben. Jedoch ist es nicht nur die Kälte, welche die Schweden und Schwedinnen in ihre Häuser treibt, sondern auch die Dunkelheit ist dafür verantwortlich. Je näher man dem Polarkreis kommt, desto weniger Tageslicht ist im Winter vorhanden. Im vorher besprochenen Kiruna ist es in der Weihnachtszeit sogar rund um die Uhr dunkel.

Davon lassen sich die Schweden aber nicht unterkriegen und das Weihnachtsfest wird ausgiebig gefeiert. Lichterdekoration steht im Mittelpunkt. Denn fehlt das Sonnenlicht, möchte man wenigsten so Glanz und Licht in die Orte und Städte bringen.

Mit dem Thema Licht beschäftigen sich auch die gesamten Weihnachtsfeierlichkeiten. Das Julfest, übersetzt bedeutet es die Wiedergeburt des Lichtes, beginnt schon am 13. Dezember. Dazu wird in den Städten und Dörfern ein Mädchen, die so genannte Lucia, auserwählt. Das besagt ein Brauch, der auf das Jahr 1870 zurückgeht. Bekleidet mit einen weißen Kleid und einem Kranz aus brennenden Kerzen auf dem Kopf, geht es von Haus zu Haus. Mit ihr kommen viele Dienerinnen, die ähnlich gekleidet sind. Zusammen mit Heinzelmännchen und Pfefferkuchenmänner trifft man sich danach am Hauptplatz und singt zusammen. Viele Einheimische kommen hierher um sich das ganze anzuhören und mitzusingen.

Der Glögg ist eine Art Glühwein, der aber oft ohne Alkohol getrunken wird. Mit ihm kann man sich während der Weihnachtszeit aufwärmen. Man trifft ihn ebenfalls zum Weihnachtsessen. Dieses besteht aus Speisen wie Fleischklößchen (Köttbullar), Weihnachtsschinken (Jusschinken), Stockfisch oder allen anderen Arten von Fisch.

Ganz im Gegenteil zu andern Nationen bringen die Geschenke nicht Christkind, Weihnachtsmann oder die Hexe Befana. Es sind die drei Kobolde Tomtebisse, Tomte und Nisse, die vom tief verschneiten Lappland kommen. Mit ihren Schlitten, die von Rentieren gezogen werden, kommen sie vom Himmel her. Der Transport am Boden wäre bei einer derartigen Schneelage ja auch unmöglich.

Die Kinder dürfen hier die Geschenke schon am Abend des 24. Dezembers öffnen. Denn am 25. heißt es dann früh aufstehen, denn die Weihnachtsmesse steht auf dem Programm. Hierzu machen sich Jung und Alt auf den Weg. Erst danach trifft man sich mit der Familie und feiert das Fest. Da kann man doch nur mehr „God Jul“ wünschen.