Weihnachten in Russland

Weihnachtsfest RusslandDas größte Land der Erde pflegt seine ganz eigenen Traditionen. Zum Beispiel kommt nicht der Weihnachtsmann, sondern Väterchen Frost. Optisch sind die beiden zwar ähnlich, jedoch statt rot trägt er eine weißblaue Verkleidung. Als Begleitung kommt seine Enkelin Schneeflöckchen in der Troika, einem Schlitten der von Pferden gezogen wird, mit. Aber auch beim Datum gibt es einen gravierenden Unterschied. Es wird nicht am 24., 25. oder 6. Januar gefeiert, sondern am 7. Januar. Wieso das ganze so ist, hat mehrere Gründe. Einer der wichtigsten ist aber bestimmt, dass Russland nicht katholisch, sondern orthodox ist. Deshalb befindet sich direkt vor dem russischen Fest der Erscheinung des Herrn, wie das Weihnachtfest noch genannt wird, eine vierzig tägige Fastenzeit, die erst mit dem vorweihnachtlichen Abend endet. Dasselbe gilt eben auch für Griechenland, was in einem weiteren Beitrag auf dieser Webseite nachgelesen werden kann.

Außerdem stellte Russland mit seiner Religion vor vielen Jahrhunderten nicht vom julianischen auf den gregorianischen Kalender um und noch heute hält die Kirche an diesem Prinzip fest. Das erklärt den Unterschied des Weihnachtsdatums. Daneben sollte auch der Faktor Geschichte nicht vergessen werden. Peter der Große, der im 17. Jahrhundert gelebt hat, war vor allem für seine langen und häufigen Reisen bekannt. Weihnachtstraditionen aus aller Welt brachte er dadurch nach Russland, darunter auch die des Weihnachtsbaumes. Ihm ist es deshalb unter anderem zu verdanken, dass das russische Weihnachten in seiner heutigen Weise zelebriert wird.

Die religiösen Bräuche sind für die Bevölkerung heute noch sehr wichtig. Stundenlange Gottesdienste gab es früher am Abend des 6. Januars und noch heute sind sie sehr gut besucht, auch wenn sie ein wenig kürzer geworden sind. Weiter hält man sich auch streng an die Fastengesetze. Diese besagen etwa, dass Nahrungsmittel wie Fleisch, Käse, Butter, Milch und Eier in der ganzen Periode nicht gegessen werden dürfen. Montags, mittwochs und freitags darf vor dem Besuch des abendlichen Gottesdienstes nichts gegessen werden. Ein paar weitere Regeln existieren noch, aber dabei handelt es sich dann nur mehr um Feinheiten.

Die strengen Fastenregeln sind auch der Grund, wieso am eigentlichen Festtag dann auch der Esstisch vor Leckereien überquillt. Sehr traditionell ist das Gericht “Kutja”. Dabei handelt es sich um einen Getreidebrei, der mit Honig und Mohn zubereitet wird. Das Verzehren soll einem Hoffnung und Unsterblichkeit verleihen. Aber auch sonst spart man mit guten Sachen nicht. Alles was in der Fastenzeit nicht erlaubt war, wird nun in Hülle und Fülle gemeinsam mit der Familie verzehrt.

Die Russen und Russinnen lieben das Wahrsagen und besonders zu Weihnachten gibt es hier ein altes Brauchtum. Mit verschiedensten Mitteln wird einem die Zukunft vorhergesagt. Das Wachsgießen ist dabei eine der beliebtesten Methoden. Flüssiges Wachs wird in Milch oder Wasser geschüttet. Das Gebilde, das daraus entsteht soll einem verraten, was im Leben noch auf einen wartet. Dinge wie Reichtum, Liebe, viel Gesundheit oder eine gute berufliche Karriere sind dabei die häufigsten Ergebnisse. Aber auch Materialien wie Schuhe, Papier oder ein Spiegel werden für diesen Aberglauben verwendet und dadurch in die Zukunft geblickt.