Weihnachten in Österreich

Weihnachtsfest ÖsterreichIn einem Land, in dem der Großteil der Bevölkerung katholisch ist, hat auch das Weihnachtsfest einen besonderen Stellenwert. Zwar schwinden die Zahlen jener, die regelmäßig in die Kirche gehen, stetig, aber das weihnachtliche Fest hat auch bei den eher Ungläubigeren eine ganz besondere Funktion. Es wird nicht einmal mehr unbedingt mit Religion verbunden, sondern eher mit Besinnung und Gemeinschaft. Wird die erste Kerze am Adventkranz angezündet, weiß jeder, dass jetzt offizielle die Weihnachtsstimmung einkehren darf. Obwohl schon seit Anfang November im Radio die Lieder auf und ab gespielt werden und bereits im Oktober die Regale mit Kitsch und Süßigkeiten für den Christbaum gefüllt werden. Danach wird jeden Adventssonntag eine weitere Kerze angezündet.

Brennen dann alle vier Kerzen, kommt das Christkind. Dabei handelt es sich um das Jesuskind, das von Haus zu Haus fliegt und dort Geschenke hinterlässt. Außerdem sorgt es dafür, dass der Christbaum aufgestellt wird und alles weihnachtlich dekoriert wird. Es gibt zahlreiche Verfechter dieser Christkind-Idee. Denn durch die Medien wird das Bild vom Weihnachtsmann und Santa Claus nach Österreich gebracht. Die Dekorationsartikel sind voll mit solchen Bildern. Die extrem Konservativen verweigern diese Figur. Sie befürchten, dass das Christkind dadurch einmal verdrängt werden könnte. Aber zurzeit ist es ja noch da.

Besonders bekannt für Österreich sind die Christkindlmärkte. In beinahe jeder größeren Gemeinde gibt es einen und in den Großstädten wie Wien, Graz oder Linz ziehen sie viele Touristen an. Dazu werden kleine Holzhäuser aufgestellt, die neben typischen weihnachtlichen Nahrungsmitteln und Getränken, Dekoration, Geschenkartikel und vieles andere bieten. Die Umgebung wird dazu in weihnachtlicher Manier dekoriert. Lieder rund um Schnee, Christbäume und Rentiere tönen aus den Lautsprechern. Die Besucher wärmen sich gerne mit einem Glühwein oder Punsch auf. Dabei handelt es sich um ein Getränk aus warmen Wein, Gewürzen und vielleicht auch noch Früchten beigemischt. Nach ein oder zwei Tassen dieses Gemisches geht es meist schon sehr fröhlich zur Sache.

Ist man nicht gerade bei einem dieser Märkte anzutreffen, gibt es viele Möglichkeiten, die das weihnachtliche Rahmenprogramm bietet. Konzerte, Theateraufführungen oder Feste mit einem weihnachtlichen Motto gibt es. Ein besonderes Phänomen der Österreicher ist, dass sie zu Weihnachten auch an andere denken. Denn traditionell veranstaltet die Organisation Licht ins Dunkle jedes Jahr einen Spendenmarathon. Die Summen, die dort gesammelt werden, sind verhältnismäßig sehr hoch. Es geht also doch noch um Nächstenliebe.

Denn im Kaufrausch kann man das schnell einmal vergessen. Die Kommerzialisierung von Weihnachten ist auch in Österreich sehr fortgeschritten. Früher gab es noch Diskussionen ob man an dem Feiertag Maria Empfängnis im Dezember überhaupt die Geschäfte offen halten sollte. Denn schließlich sollte das nach allgemeiner Norm in Österreich nicht sein. Mittlerweile ist er aber zu einem wichtigen Einkaufstag für den Handel geworden. An diesem Tag gibt es vor den riesigen Einkaufszentren meist kilometerlange Staus. Da werden dann nämlich die Geschenke gekauft, die am 24. Dezember unter dem Weihnachtsbaum liegen. Dieser und der darauffolgende Tag werden im Kreis der Familie zelebriert. Man isst, lacht, unterhält sich gemeinsam und oft steht auch der Besuch der Mitternachtsmesse auf dem Programm.