Weihnachten in Nepal

Weihnachtsfest NepalAuf unserer Reise durch die internationalen Weihnachtsfeste sind wir bis jetzt noch immer auf viele Besonderheiten gestoßen. Selbst in den Ländern, in denen das Christentum keine offizielle Religion ist, hat sich das Fest etabliert. Meist zwar nur innerhalb der Anhänger dieser Religion, aber in bestimmten Fällen ist das Feiern von Weihnachten auch zu einem Trend geworden. Man feiert es ganz ohne religiöse Komponente. Denn die amerikanischen und westlichen Medien zeigen es so gut vor.

Nähert man sich jedoch Nepal ist es mit dem ausgiebigen Weihnachtsfest vorbei. Natürlich ist die Tradition auch hier an manchen Ecken zu finden, aber fragt man den Großteil der Bevölkerung danach, werden die meisten keine Ahnung davon haben. Das liegt vor allem darin, dass Nepal ein streng gläubiges Land ist, das der Religion des Hinduismus zugeordnet wird. Es sind vor allem die Kastensysteme, die große Wichtigkeit haben. Aber wo liegt es überhaupt und was weiß man sonst über Nepal? Der Staat liegt in Asien zwischen Indien und China. Ganz im Gegenteil zu diesen vielbevölkerten Ländern ist Nepal eher spärlich besiedelt. Das liegt vor allem an der Beschaffenheit des Landes. Bekannt ist vor allem das Himalaya-Gebirge, das den höchsten Berg der Erde beherbergt. Aber nicht nur in die Höhe geht es dort. Einige der tiefsten Schluchten der Erde sind folglich auch zu finden. Denn wo es hinauf geht, muss es ja auch wieder hinunter gehen. Viele verschiedene Volksgruppen sind dort ansässig.

Sieht man sich die Zahlen der Christen an, wird man verstehen, wieso das Weihnachtsfest eher einen niedrigeren Stellenwert hat. Denn nur wenige Prozente der Bevölkerung bekennen sich zum Christentum, die Zahl ist aber im Ansteigen. Erst im Jahr 2008 wurde Weihnachten für alle Anhänger der Katholischen Kirche zum Feiertag erhoben. Davor musste man immer an den Feiertagen arbeiten, was natürlich für die Weihnachtsstimmung nicht gerade förderlich war. In Nepal hat man einen anderen Kalender und so wird nicht von Weihnachten im Dezember gesprochen. Denn die Feiertage fallen in den Februar, eine Jahreszeit in der es recht warm ist und von Frost und Kälte keine Spur ist.

Dadurch dass nur wenige Menschen das Fest feiert, ist das Kommerzielle hier auch sehr fern. Denn Geschäfte oder Supermärkte orientieren sich nicht an dieser Periode. Es werden dieselben Dinge wie immer verkauft. Das heißt die Kellner in Lokalen tragen keine Weihnachtsmützen und aus dem Radio tönt nicht jedes Jahr aufs Neue „Jingle Bells“ oder „Last Christmas“. Viele Menschen, die vom Westen nach Nepal ausgewandert sind, empfinden das aber als sehr positiv. Man kann sich wieder auf das Wesentliche besinnen und das Beisammensein mit Freunden oder Familie zelebrieren.

Ein Grund für das wenig Kommerzielle ist auch, dass der Tourismus in Nepal nur einen geringen Stellenwert hat und daher auch das Importieren des Weihnachtsfestes keinen Nutzen bringt. Die wenigen, die sich in das gebirgige Land verirren sind meist Trekking-Urlauber, die sich für die Natur und einheimische Kultur interessieren und weniger für die europäischen Tradition, welche sie sowieso zuhause immer erleben und deshalb auch einmal hinter sich lassen wollen.