Weihnachten in Mexiko

Weihnachtsfest MexikoObwohl die Spanier erst vor 300 Jahren durch die Eroberung Südamerikas die Tradition des Weihnachtsfestes nach Mexiko brachten, hat sich in der Zwischenzeit eine reichhaltige Kultur entwickelt. Man findet hier heute viele Bräuche, die einzigartig sind und ansonsten nirgends auf der Welt bekannt sind. Ein Grund ist vor allem der, dass man das Weihnachtsfest damals nicht total neu erfunden hat, sondern einfach einen einheimischen Brauch adaptiert hat. Denn in die gleiche Zeit fällt das alte Fest um die Ankunft des Gottes Huitzilopochtli. In der Vergangenheit fand eine Vermischung des Weihnachtsfestes mit dieser Tradition statt. Trotzdem fällt in die Zeit um Weihnachten kein gesetzlicher Feiertag, sondern die Mexikaner und Mexikanerinnen gehen trotzdem ihrer Arbeit nach. Geschäfte haben deshalb auch am 24. oder 25. Dezember bis spät am Abend geöffnet. Das ist natürlich einer der Gründe, wieso das Fest mit etwas weniger Intensität als in anderen Teilen gefeiert wird.

Anfangen wollen wir mit den Los Pelegrinos. Dafür werden in jeder Gemeinde neun Familien auserwählt. Jede von ihnen muss einen Tag und eine Nacht vor Weihnachten diese Pelegrinos, was übersetzt Pilger bedeutet, aufnehmen. Sie sind in der Form von Statuen des heiligen Josefs, der Jungfrau Maria und des Engels gestaltet. In einer Prozession werden diese Statuen zu den Häusern der Auserwählten gebracht. Außerdem werden sie, genauso wie die Häuser, mit Blumenkränzen und Weihrauch geschmückt. Die Familie lädt drauf jeden der vorbeikommt ein, sich bei einen Stück Brot und einer Tasse Kaffee auszuruhen. Auch wenn viele Mexikaner arm sind, ist ihnen diese Tradition wichtig. Von dem wenigen, das sie haben, geben sie trotzdem noch etwas her um diesen Brauchtum weiterzuführen.

Ein weiteres traditionelles Spiel ist die Pinata, vor allem Kindern gefällt dies sehr gut. Es handelt sich dabei um weihnachtliche Figuren aus Pappmaschee, die mit Süßigkeiten und Früchten gefüllt sind. Mit verbundenen Augen muss dann versucht werden, die an der Decke hängenden Pinata mit einem Stock zu zerschlagen. Jeder hat nur drei Versuche, schaffen es also die Kinder nicht, dürfen es die Erwachsenen versuchen. Derjenige, der es dann schließlich schafft, darf alle diese Leckereien sein Eigen nennen. In der Realität wird es aber natürlich immer unter den Teilnehmern aufgeteilt.

Eine etwas kuriosere Feier ist das Radieschen-Fest am 23. Dezember. Die Einheimischen schnitzen dazu kunstvolle Krippenfiguren aus dem Gemüse. Dabei darf man sich die Radieschen aber nicht wie unsere vorstellen. In Mexiko haben sie ein viel besseres Klima und können dadurch sogar so groß wie eine Kartoffel werden. Am besagten Tag werden die besten Skulpturen bewertet und die Nacht mit einem atemberaubenden Feuerwerk beendet.

Das Essen nimmt in Mexiko einen wichtigsten Stellenwert ein. Schon Wochen bevor den Hauptfeiertagen von Weihnachten werden Vorbereitungen getroffen, da es etwas Besonderes werden soll. Beliebte Speisen sind etwa Tamalas de Oaxaca, eine Maispaste in Bananenblätter gekocht, oder der berühmte Weihnachts-Truthahn.

Geschenke sind für die Mexikaner nicht so wichtig. In den Familien, wo dennoch Geschenke überreicht werden, passiert das am 6. Jänner. Doch meist können sich nur die reicheren diesen Luxus für ihre Kinder leisten.