Weihnachten in Kanada

Weihnachtsfest KanadaKanada muss sich von seiner Fläche her bestimmt nicht hinter den USA verstecken. Es ist mit seinen Ausdehnungen ebenfalls ein riesiger Staat, der sowohl eine Vielfalt an Landschaften als auch eine reiche Kombination an Naturschönheiten zu bieten hat. Als es besiedelt wurde, teilten sich Deutsche, Franzosen, Schotten und andere Nationen das Gebiet untereinander auf und gründeten kleine Städte. Mit der Zeit vermischten sich die Städte und Siedlungen zwar, aber trotzdem ist die Tradition noch erhalten geblieben. So kann man heute in Kanada herumreisen und findet Bräuche aus der ganzen Welt. Wie der Name der Insel Neuschottland schon besagt, wurde sie einst von schottischen Einwanderern gegründet. Noch heute werden deshalb die gleichen Lieder wie vor 200 Jahren gesungen und somit an die Zeit der Besiedlung gedacht. Auf dieser Insel liegt auch die Stadt Lunenburg, die sich mit dem Namen „Welthauptstadt des Weihnachtsbaumes“ schmückt. Tausende Weihnachtsbäume werden hier jedes Jahr gepflanzt und nach Mexiko und in die USA verschifft.

Sieht man die beiden Staaten Kanada und USA jedoch von der wirtschaftlichen Seite, ist der Begriff schon des kleinen Bruders schon eher zutreffend. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass einiges an Traditionen und Festen in Kanada ursprünglich aus den USA stammt. Man könnte sogar sagen, dass Weihnachtsfest wurde nur geringfügig adaptiert und nach Kanada exportiert. Die Leidenschaft für Lichterketten, Kitsch-Weihnachtsmänner und sonstige Leuchtfiguren teilen beide Nationen. Auf einigen Kilometern Entfernung ist ein stark beleuchtetes Haus schon zu erkennen. Vor allem in Vancouver freut man sich alljährlich über viele Lichter. Denn da findet die Carolship Parade statt. Das Spektakel zeigt geschmückte Schiffe, die über den Fluss fahren und viele Zuseher und Zuseherinnen aus aller Welt anlocken.

Die Familie steht auch bei den Kanadiern an erster Stelle. Alles was die Verwandtschaft zu bieten hat, trifft sich an den Weihnachtsfeiertagen zum gemeinsamen Essen. Dafür reist man auch gerne mal einige Stunden mit dem Auto an. Das ist im riesigen Staat von Kanada schließlich keine Seltenheit. Am 24. Dezember, dem Christmas Eve, sind es Roasted Turkey und Plum Pudding, die auf dem Speisentisch Platz finden.

Bei aller Nächstenliebe und Geselligkeit soll aber auch der Weihnachtsmann nicht vergessen werden. Aber dafür tragen die Kinder Sorge, dass er ausreichend zu essen und trinken erhält. Selbst gebackene Kuchen und ein wenig Milch sollen ihm als Stärkung auf seiner langen Reise dienen. Die neun Rentiere, die tapfer den Schlitten ziehen, bekommen dafür eine Karotte. Am beliebtesten ist auch hier Rudolph, der als Anführer der Rentier gilt und als „Made in Hollywood“ bezeichnet werden kann. Dafür fühlt Santa die Weihnachtsstrümpfe, die so genannten „Stockings“, welche die Kinder an den Kamin hängen, mit Geschenken. Ist doch kein schlechtes Geschäft?

Nachdem also die Kinder beschenkt werden, ist die Familientradition noch nicht vorbei. Am 26. Dezember, dem „Boxing day“, steht ein weiteres Essen am Programm. Dieser Feiertag existiert auch in vielen anderen Ländern und über die Herkunft der Bezeichnung schüren sich viele Mythen. In Kanada heißt es, dass der Name von einer Box kommt, die früher die Kirche verwendete um Geld für Bedürftige zu sammeln.