Weihnachten in Italien

Weihnachtsfest ItalienKinder in Italien dürfen sich freuen, denn anders als im mitteleuropäischen Raum etwa gibt es im Land am Mittelmeer mehrere Feiertage rund um Weihnachten, an denen Geschenke auf sie warten. Trotzdem ist das Fest aber nicht nur ein reines Konsumerlebnis, denn viele Italiener sind tiefgläubig und pflegen die Traditionen ihrer Vorfahren. Dazu gehört etwa auch am 24. Dezember in die Mette zu gehen um zu beten.

Der Geschenke-Reigen beginnt bereits am 6. Dezember. Hier kommt „San Nicola“ und belohnt die Kinder für das gute Benehmen das ganze Jahr über. Während sie schlafen, kommt er und legt Geschenke vor die Tür. Am 13. Dezember stehen Lichter und ihre Leuchtkraft an Santa Lucia auf dem Programm. Es gibt zwar Länder, wo dieser Tag noch viel aufwendiger gefeiert wird, allen voran Schweden, aber auch in Italien gestalten viele Gemeinden und Dörfer Umzüge und Gottesdienste. Der Geschichte nach ist die Lichterkönigin Heilige Lucia im 3. Jahrhundert nach Christus auf der italienischen Insel Sizilien geboren. Sie half stets den Armen und vererbte diesen auch ihr Vermögen. Daran will man sich am 13. Dezember erinnern. Aus diesem Anlass verzichtet man selbst auf aufwendige Abendessen, sondern bereitet die „Torrone di poveri“ zu. Dabei handelt es sich um Kichererbsen, die zu einer festen Masse gekocht werden.

Der 24. Dezember ist der nächste Anlass, der am italienischen Festtagsprogramm steht. Statt auf reichhaltige Mahlzeiten, wird das Fasten in den Mittelpunkt gestellt. Deshalb essen viele Familien heute noch Fisch zum Abendessen bevor sie in die Mitternachtsmesse gehen. Ein altes Brauchtum besagt, dass es sieben verschiedene Arten von Fischen sein müssen.

Aber ein wenig Süßes darf hier nicht fehlen. Dafür sorgt der Panettone, eine Art Weihnachtskuchen mit Trockenbeeren und Staubzucker bestreut. Heute kann man ihn schon in vielen Geschäften außerhalb Italiens kaufen und er erfreut sich großer Beliebtheit. Nicht nur zu Weihnachten landet er in den Supermarktregalen und er hat mittlerweile auch schon die verschiedensten Formen angenommen. Speziell für Kinder wird er im Winnie-Pooh-Outfit verkauft oder für die Schokotiger mit extra Schokoladenstückchen gespickt.

Am darauffolgenden Tag, dem 25. Dezember, gibt es dann wieder Geschenke. Diesmal nicht nur für die Jüngeren, sondern die ganze Familie nimmt am Spiel der Schicksalsurne teil. Jeder darf hierzu aus einem Behälter ein kleines Geschenk ziehen.

Weihnachtsbäume sind an jeder Ecke zu sehen. Sie sind aber noch lange nicht so wichtig wie die Weihnachtskrippe, die „presepio“. Jedes Haus stellt zu Weihnachten eine auf und unter den besonders Motivierten entsteht sogar eine Art Wettrüsten, wer die schönste hat. Was bei uns oft mit den Weihnachtslichtern geschieht, wird hier eben mit der Krippe ausgetragen.

So richtig rund geht es dann aber erst am 6. Januar, der letzte Tag der Weihnachtszeit. Statt an dem Weihnachtsmann glaubt man in Italien, dass die Hexe Befana den Kindern die Geschenke bringt. Dafür stellen die Kinder ihre Schuhe vor den Kamin oder in ihr Zimmer. Je nachdem ob man brav oder schlimm gewesen ist, bekommen die Kinder ein Stück Kohle oder viele schöne Geschenke. Der Gedanke mit dem Schornstein bleibt allerdings gleich, denn auch die Hexe Befana verschafft sich Zugang zu einem Haus durch den Kamin.