Weihnachten in Indien

Weihnachtsfest IndienIndien – Das Land ist bekannt für seine bunten Feiern und Feste. Zum Beispiel das Holi-Festival, das am Beginn des Frühlings gefeiert wird, ist hier einzuordnen. Die Menschen bewerfen sich mit bunten Farben und feiern ausgelassen. So begrüßt man nämlich auf indische Weise die neue Jahreszeit. Genauso zelebrieren die Inder und Inderinnen auch das Weihnachtsfest. Musik, Tanz und Ausgelassenheit stehen auf der Liste ganz oben. Zwar ist Weihnachten im Kalender des Hinduismus, was die Hauptreligion im asiatischen Staat ist, nicht verzeichnet, aber hier sieht man das Ganze nicht so streng. Gefeiert wird alles, was gefeiert werden kann. Natürlich gibt es auch einige sehr strenge Hindus, die das strikt ablehnt, aber die Mehrheit im Land ist Weihnachten gegenüber offen. Die Christen, die im stark bevölkerten Land auch zahlreich vorhanden sind, geben die Traditionen vor.

Allerdings kann man einen großen Unterschied zwischen dem indischen und dem europäischen Weihnachtsfest feststellen. Heute kann man es als einen Mix aus Traditionen vieler Länder bezeichnen. Wieso dies existiert, ist leicht zu beantworten. Indien hat eine lange Kolonialzeit hinter sich. Schon früh eroberten die Engländer das Land und waren lange Jahre tonangebend. Erst mit der Unabhängigkeit 1947 ließ man sie selbst entscheiden und einer unabhängigen Staatengründung stand nichts mehr im Weg. Aber natürlich war die Kultur, Infrastruktur und Tradition stark durch die Kolonialmacht geprägt. Deshalb wurde vieles übernommen und adaptiert. Die britische Handschrift ist jedoch noch immer, egal ob in der Tradition des Weihnachtsfestes oder einer anderen Tatsache, zu lesen. Im ganzen Land sind die Brauchtümer aber höchst unterschiedlich. So kann es vorkommen, dass im Norden ganz anders gefeiert wird als im Süden oder Westen. Schließlich ist Indien aber auch kein kleiner Staat, der außerdem noch sehr dicht bevölkert ist.

Wie sehen die Weihnachtsfeiertage also in Indien aus? Zunächst sollte man wissen, dass auch die Feiertage rund um das Fest arbeitsfrei sind. Der Höhepunkt ist der 25. Dezember. Einen Tag zuvor, am Abend des 24. Dezembers, findet die Weihnachtsmesse statt. Sie ist eine der wichtigsten Traditionen. Dazu wird die Kirche mit roten Weihnachtssternen und einer Menge Lichter dekoriert. Für alle Inder, selbst nicht katholische, ist der Besuch einer solchen Messe ein Höhepunkt. Denn alleine die Atmosphäre ist schon etwas Besonderes.

Dekoriert wird aber nicht nur die Kirche. Da Tannen oder Fichten in Asien nicht heimisch sind, behilft man sich mit Mangobäumen, Bananenstauden oder schlichtweg Palmen. Die Blätter der Mango dienen auch dazu die Häuser gemeinsam mit bunten Lichtern zu schmücken. In einigen Teilen nimmt man auch bunte Öllampen und stellt sich auf Mauervorsprünge oder auf die Dächer flacher Häuser. Das ganze sieht dann aus wie ein buntes Lichtermeer und hat mit westlichen Ideen von Weihnachtsdekoration nicht viel zu tun. Aber das Bunte kommt hier eben wieder sehr schön zu Geltung.

Der Handel nascht bei dem ganzen Trubel auch mit. Allerding in einem unterscheidet sich das indische Weihnachtsfest noch wesentlich: Geschenke sind in vielen Familien unüblich. Nur die Kinder erhalten eine Kleinigkeit. Dadurch erspart man sich in Indien aber eine Menge vorweihnachtlichen Stress.