Weihnachten in England

Weihnachtsfest EnglandWie die Engländer traditionell das Weihnachtsfest feiern, ist den meisten von uns wahrscheinlich aus einer ganz bestimmten Fernsehserie bekannt. Welche das wohl sein mag? Man muss nur an das Bild des typischen Engländers denken und vielleicht auch an einen Komiker und schon kommt man auf die Lösung des Rätsels. Natürlich sollte man dazu auch diese eine ganz bestimmte Folge, die sich um Weihnachten dreht, kennen. Die Rede ist von Mr. Bean, dem Vorzeige-Comedian der 80er und 90er Jahre. Sein Erfolg ist heute nicht mehr so groß, aber für diese Rolle wird er noch immer verehrt. Denn in der Weihnachtsfolge werden alle Klischees bedient, die entweder nur als Gerücht existieren oder wirklich wahr sind. In seiner kleinen Wohnung hat alles einen Platz, was das Weihnachtsfest eines richtigen Engländern ausmacht. Der Mistelzweig über dem Türrahmen, die Weihnachtskarten, die mit einer Wäscheleine über dem Kamin hängen oder der Truthahn, der schon Stunden vorher fertig gemacht wird. Die bunten Cracker oder der Socke, der am Kamin hängt, sollte auch als typisches Merkmal des englischen Weihnachtsfestes erwähnt werden.

Aber nun wollen wir wirklich sehen, was es bei den Engländern so besonderes gibt. Beim Betrachten der einen Folge wird einem sicher die Dekoration auffallen. Denn diese ist in einem ganz anderen Stil gestaltet als hierzulande. Man könnte sie sogar fast mit Faschingsdekoration verwechseln. Girlanden in bunten Farben und Misteln, Stechplamen ober Lorbeeren schmücken die ganzen Räume. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf die Farben grün und rot wie etwa in Amerika. Erlaubt ist, was gefällt und Stimmung macht. Das nehmen sich auch die Gäste zu Herzen und feiern am 25. Dezember mit Papphütchen auf dem Kopf. Das eine oder andere Knallbonbon hört man bestimmt auch. Sieht man ein Feuerwerk, ist der Gedanke an Silvester wahrscheinlich nicht fern. Ganz im Gegenteil befindet man sich noch mitten in der Weihnachtszeit und die bunten Feuerwerke gehören am Christmas Eve, dem 24. Dezember, eben auch einfach dazu.

Ein wenig ruhiger und bedachter geht es dann aber zu, wenn die Queen auf den Fernsehbildschirmen und neuestens auch im Internet erscheint. Dann ist es nämlich 15 Uhr am 25. Dezember, dann steht die traditionelle Weihnachtsrede an. Diese will niemand verpassen. Nach zehn Minuten ist die Ruhe und Aufmerksamkeit aber schon wieder vorbei. Das ausgelassene Feiern und Essen kann weitergehen. Üppig ist das Mahl auf jeden Fall, denn nach dem Truthahn kommt der berühmte Plumpudding. Diese Kalorienbombe besteht unter anderem aus Zucker, Nierenfett, Nüssen und Rosinen. Eine der Spezialzutaten ist die Silbermünze, die man im Kuchen versteckt. Wer sie findet, hat im nächsten Jahr besonders viel Glück. Dazu getrunken wird ein leckerer Eierpunsch.

Der letzte Tag der Feierlichkeiten ist der 26. Dezember, der so genannte „Boxing Day“. Dieser Name stammt daher, weil man früher den Hausangestellten ihre Weihnachtsgeschenke in Form von Bargeld in kleinen Boxen überreichte. Das konnten sie und ihre Familien nämlich am besten gebrauchen. Er unterscheidet sich heute nicht sehr von unseren Traditionen. Verwandtenbesuch und gemeinsames Essen steht auf dem Programm. Einziger Unterschied ist, dass viele bereits wieder die Geschäfte stürmen um ihre Geschenke umzutauschen.