Weihnachten in der Türkei

Weihnachtsfest TürkeiViele verstehen es nicht, aber trotzdem gibt es zahlreiche Familien, die darauf schwören, Weihnachten im warmen Süden zu verbringen. Statt Schnee und Kälte, wartet Strand und Sonne. Das Fest, das eigentlich den Beinamen „das Fest der Familie“ besitzt, wird dann etwas anders gefeiert. Nur der engste Familienkreis wird einem an die schönsten Strände dieser Welt folgen und das oftmals kalte Weihnachtsland verlassen. Manchmal verzichtet man aber auch ganz auf die Familienkomponente und feiert nur mit seinem Partner und den Kindern. Die Urlaubsländer freuen sich darüber natürlich, denn bei ihnen klingen die Weihnachtskassen. Sind doch solche Urlauber und Urlauberinnen bereit eine Menge Geld auszugeben, schließlich feiert man ja gerade Weihnachten.

Ein Land, das ebenfalls stark von diesem Anlass Profit schlägt, ist die Türkei. Ein Land, in dem der Großteil der Bevölkerung dem Islam zugehörig ist und nur wenige das christliche Weihnachtsfest feiern. Nur wenige Gemeinden sind christlich und zelebrieren das Fest mit Messen, Bräuchen und allem was dazugehört. Wer aber glaubt, dass die Feiertage an den Türken und Türkinnen spurlos vorübergeht, der irrt sich. In den letzten Jahren wurde das Weihnachtsfest beinahe zu einem Trend hochgesetzt. In vielen Supermärkten gehört es schon zur Normalität, dass Anfang November Plastiktannen, Christbaumkugeln oder Kitschengel in den Regalen stehen. Das Angebot wird auch gerne angenommen und viele türkische Wohnungen erstrahlen in europäischer Dekoration. Natürlich hat der Handel seine Finger im Spiel. Er witterte genau wie bei den Partnerkonzernen im restlichen Europa die Chance, große Umsätze während dieser Zeit zu erzielen. Da wird die Religion schnell mal nebensächlich und mit allen Mitteln versucht den Markt anzukurbeln.

Natürlich widerspricht das Ganze dem islamischen Glauben und deshalb hat man sich etwas einfallen lassen. Der Kreativität ließ man dabei keine Grenzen. Denn statt dem herkömmlichen Weihnachtsfest benennt man es einfach in Neujahrsfest um und schon sind religiöse Konflikte beseitigt. So können bedenkenlos Bäume geschmückt und Geschenke gekauft werden. Trotzdem sind die Feiertage ganz normale Arbeitstage. Das ist auch mit ein Grund, wieso das Drumherum viel wichtiger ist, als dann das tatsächliche Beisammensein an den Feiertagen.

Aber nicht nur an den geschmückten Wohnungen merkt man, was gerade passiert. Vor allem die Tourismusbranche bereitet sich schon Wochen zuvor auf den Ansturm vor. Schließlich soll den Touristen ein Rundum-Weihnachtspaket präsentiert werden, damit sie nächstes Jahr auch unbedingt wiederkommen. Hotels bieten Veranstaltungen wie Weihnachtsdinner oder Metten an und sind von oben bis unten durchgestylt. In den letzten Jahren hat die Türkei vor allem versucht sich als Shopping-Paradies einen Namen zu machen. Die Hoffnung lag darin, dass auch vor Weihnachten viele Urlauber ins Land kommen um möglichst günstig die Geschenke zu kaufen und dabei den einen oder anderen Euro in der Türkei zu lassen. Die Rechnung ist zwar noch nicht so aufgegangen, aber durch das immer bessere Angebot von Billigflugairlines kann sich das durchaus noch ändern. Denn wer nicht einmal hundert Euro für einen Flug von Deutschland nach Istanbul und wieder zurück zahlt, für den lohnt sich eine Shopping-Tour in den Orient auf jeden Fall. Nebenbei kann man ja noch Sonne, Strand und Meer genießen.