Weihnachten in China

Weihnachtsfest ChinaWerden bei uns regelmäßig Stimmen laut, dass der Weihnachtswahnsinn oft schon zu Beginn des Herbstes aufkommt und Supermärkte, Geschäfte und Läden Weihnachtszubehör verkaufen und bis zur Unkenntlichkeit geschmückt sind, dann ist die Situation in China noch unvorstellbarer. In einem Land, wo das Christentum wirklich nur einen Bruchteil der Menschen betrifft und das über die weihnachtliche Bedeutung nur wenig Ahnung hat, wird geschmückt, gefeiert und beschenkt. Es kann oft vorkommen, dass bereits im September die ersten Dekorationen befestigt werden, diese halten sich manchmal sogar bis in den Monat Februar hinein. Vor allem Lichter und alles Blinkende haben es den Chinesen angetan. Alles was leuchtet und glänzt wird aufgehängt und verwendet. Manche dekorierten Weihnachtsmänner und Christbäume können somit nicht mehr als solche identifiziert werden und werden zu großen leuchtenden Punkten.

Dabei ist die Tradition in einer der größten Staaten der Welt zweigespalten. Manche Städte wie Hongkong oder Macao haben einen direkten Bezug zum Fest, da sogar der 25. Dezember dort ein Feiertag ist. Das Ganze hat geschichtliche Bedeutung. Denn bei derartigen Städten handelt es sich um ehemalige Kolonien europäischer Seemächte und diese haben einen großen Teil der Feierlichkeiten direkt übernommen. Aber von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wird auch hier vieles vergessen und die chinesischen Christen passen sich immer mehr anderen Religionen an. Darunter fällt unter anderem auch die chinesische Stadt Shanghai. Sie ist eine der weltoffensten Orte in China und am ehesten mit europäischen Städten zu vergleichen. Daher haben auch westliche Traditionen noch einen viel größeren Stellenwert. Unter anderem auch deshalb, weil viele Bewohner aus allen möglichen Ländern der Welt stammen. Außerdem gilt es als „die“ chinesische Stadt, in die Europäer regelmäßig auswandern.

Im Rest des Landes ist die gesamte Weihnachtszeit kein Feiertag. Zufällig ist aber auch hier der 25. Dezember ein gesetzlicher Feiertragt, allerdings steht dieser in keiner Verbindung zum christlichen Fest. Denn vielmehr wird die Verfassung der Volksrepublik aus dem Jahr 1947 gefeiert. Die Menschen müssen zwar arbeiten und es ist kein offizieller freier Tag, aber viele Chinesen sehen das auch als Anlass das Weihnachtsfest gleich mitzufeiern. Ein Grund ist, dass westliche Phänomene immer interessanter werden. Durch die Globalisierung und amerikanische Filme wissen die Chinesen auch nur zu gut, wie man dieses Fest feiert und tun das auch ausreichend. Die chinesischen Staatsbürger, die das Weihnachtsfest in Angriff nehmen, machen daraus eine richtige Party mit allem, was dazu gehört. Geschenke, Christbäume und Weihnachtsbäume haben dabei den größten Stellenwert und gelten als besonders westlich.

Sicht man sich Umfragewerte an, dann ist den Chinesen das Weihnachtsfest kein Fremdwort. So gut wie jeder konnte mit dem Begriff etwas anfangen. Bei der genauen Frage nach der Bedeutung und den Motiven, sagte jeder vierte, dass vor allem die Romantik beim Fest im Mittelpunkt steht. Wer als chinesischer Staatsbürger Weihnachten feiert, gilt allgemein als sehr weltoffen. Allerdings die Staatsführung sieht da ganze in einem anderen Licht. Für sie gilt Weihnachten noch immer als „Kulturgut des Auslands“ und sie versucht zumindest unter den Mitgliedern der führenden Kommunistischen Partei Chinas ein zu starkes Beteiligen an den Feierlichkeiten zu verhindern.