Weihnachten in Brasilien

Weihnachtsfest BrasilienEin weiteres Land, wo zu Weihnachten eher das Schwitzen als das Frieren zu den Beschäftigungen gehört, ist Brasilien. Temperaturen von bis zu 35 Grad sind keine Seltenheit. Trotzdem lassen sich die Brasilianer das Feiern nicht verderben und feiern ausgelassen die Geburt Jesus Christus. Dass das Fest zu einem der wichtigsten Daten im Kalender zählt, ist nicht verwunderlich, ist der Stadt doch das größte römisch-katholische Land der Erde. In Zahlen bedeutet das, dass etwa 90 Prozent der Bevölkerung katholisch sind.

Da ist es dann doch ein wenig verwunderlich, dass in dieser südamerikanischen Vorstellung des Festes auch der Schnee nicht fehlen darf. Denn laut ihrer Vorstellung kommt der Weihnachtsmann trotzdem vom kalten Grönland. Der Weg ist zwar weit, aber zu Weihnachten ist ja bekanntlich nichts unmöglich. Durch ein offenes Fenster gelangt er in die Häuser und versteckt die Geschenke nicht in einem Strumpf oder unter einem Baum, sondern in Schuhen. Er ist ebenso rot gekleidet und als Fortbewegungsmittel benutzt er einen Schlitten, der von Elchen aus Grönland gezogen wird. Ein großer Unterschied wie sich Europäer, Nordamerikaner und Brasilianer den Weihnachtsmann vorstellen, gibt es also nicht. Was aber ebenfalls sehr ähnlich ist, ist die Rolle der Wirtschaft beim Weihnachtsfest. Die Kaufhäuser platzen geradezu vor Werbung und vollen Regalen. Alles ist dekoriert, damit auch ja genug Kunden in die Geschäfte strömen. Zudem darf jeder im Dezember gratis parken, ein weiterer Versuch den Umsatz in die Höhe zu treiben. Das Parkplatzproblem in Städten wie Rio de Janeiro wird dabei aber noch größer.

Allerdings dürfte es in Brasilien mit der Produktion des Schnees etwas schwer fallen. Deshalb behilft man sich mit Watte oder weißer Farbe um etwa eine Pinie oder Palme weihnachtlich zu schmücken. Diese dienen aber oft nur als Dekoration im Garten oder in den Städten.

Denn verbreiteter als ein Weihnachtsbaum, ist eine Krippe. Sie wird in der spanischen Sprache Presépio genannt und hat auch im Portugiesischen einen ähnlichen Ausdruck. Übersetzt bezeichnet es, das Strohbett des Christuskindes. Sie dient dann auch als Mittelpunkt während der Weihnachtsfeiern. Diese sind vor allem durch Geselligkeit gekennzeichnet. Geschenke treten eher in den Hintergrund, viel wichtiger ist, dass Familie und Freunde beisammen sind. Gemeinsam besucht man die Heilige Messe am Abend des 24. Dezembers. Erst dann gibt es die Bescherung, auf die sich, wie beinahe überall auf der Welt, vor allem die Kinder sehr freuen. Eine besondere Freude haben die Kleinen mit dem typischen Nachtisch „Pudium de Leite“. Dieser typische brasilianische Flan steht am Ende des Weihnachtsmenüs. Davor wird gegessen und gegessen bis man nicht mehr kann. Beliebte Speisen sind Truthahn, französischer Toast und Schinken. Als Beilage sind unter anderem verschiedenen Nüsse und getrocknete Früchte sehr beliebt.

Eine Kuriosität am Rande: In einer Stadt in Brasilien kann man sozusagen das ganze Jahr Weihnachten feiern. Denn der Name der Stadt „Natal“ bedeutet übersetzt Weihnachten. Natal wurde genau am 25. Dezember 1599 gegründet, daher wurde diese Bezeichnung gewählt. Es ist sozusagen das südamerikanische Pendant zu der finnischen Weihnachtsstadt, nur eben ohne Schnee.